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Fachkongress zum Deutschen Jugendfeuerwehrtag am 3. September 2022

Unter dem Motto „Kinder und Jugendliche in Europa“ findet im Rahmen des Deutschen Jugendfeuerwehrtages ein Fachkongress mit praktischen Workshops, Inputs und Austauschmöglichkeiten statt.

Im Europäischen Jahr der Jugend 2022 und auch mit Blick auf die aktuell dramatische Situation in Europa wollen wir versuchen, positive Perspektiven für Eure Jugendarbeit zu schaffen. Im Mittelpunkt des Fachkongresses der Deutschen Jugendfeuerwehr gehen wir mit Euch der Frage nach, was Europa für Kinder und Jugendliche tun kann! Und was Kinder und Jugendliche für oder mit Europa tun können!

Die Feuerwehren verbinden und fördern als Akteure der Zivilgesellschaft Völkerverständigung, Kinder- und Jugendrechte, Demokratie und Pluralität. In der Feuerwehr tragen wir zur Persönlichkeitsentwicklung unserer Kinder und Jugendlichen bei, damit sie später den kompetenten Nachwuchs der Feuerwehren bilden und mündige, selbstständige Bürger:innen sind – mitten in Europa.

Anhand von Praxis und Methoden können wir viel für die eigene Arbeit in den Feuerwehren lernen und mitnehmen, um unsere Kinder und Jugendlichen aufzufangen, zu bilden und zu pushen. Auf dem Fachkongress bieten wir Euch verschiedene inhaltliche und praktische Impulse zur Steigerung der Attraktivität von Feuerwehren an.

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Unsere Workshops:

Workshop 1: Jugendfeuerwehren verbinden Europa – mach mit!
Portraits Stefan Cornel und Klaus Splittdorf
Stefan Cornel (l.) und Klaus Splittdorf (Fotos: privat)

Ziel ist es, den Mut und eine Idee zu entwickeln, um eine neue Jugendfeuerwehrfreundschaft anzugehen. Dies wird Euch mit persönlichen Erfahrungsberichten nähergebracht und dabei werden folgende Fragen beantwortet:

  • Warum gibt es Jugendfeuerwehrfreundschaften in Europa und welche sind das genau?
  • Warum ist Internationale Jugendarbeit wichtig für den eigenen Horizont?
  • Welche Fördermöglichkeiten gibt es?
  • Welche Ziele können mit internationalen Partnerschaften umgesetzt werden?
  • Wie könnt Ihr eine Jugendfeuerwehrbegegnung starten und etablieren?

Stefan Cornel: "Jugendfeuerwehr verbindet! Austausch und Begegnungen in Europa sind nach dem Krieg in der Ukraine wichtiger denn je. Mir sind unschätzbare, menschliche Begegnungen mit vielen Emotionen und Freundschaften über Ländergrenzen hinweg bis heute geblieben ­­– das macht Europa und die Internationale Jugendarbeit der Feuerwehren aus. Von diesen Erlebnissen und Erfahrungen profitieren die Jugendlichen ihr Leben lang!"

Referent: Stefan Cornel, Experte im Deutsch-Russischen Jugendaustausch, Jugendfeuerwehr Frankfurt am Main

Moderator: Klaus Splittdorf, Fachgebietsleiter Internationale Jugendarbeit, Hessische Jugendfeuerwehr

Workshop 2: Meine Europäische Union, ihre Jugend und ich!
Portraits Daniel Meyer und Anne Langeloh
Daniel Meyer, (l.) und Anne Langeloh (Fotos: privat)
  • Was ist eigentlich die Europäische Union aus Sicht junger Menschen?
  • Was bringt ein vereintes Europa den Kindern und Jugendlichen?
  • Welche Auswirkungen auf den Alltag haben die Entscheidungen der Europäischen Kommission und des Europäischen Parlamentes?

Diese Fragen erhalten in der aktuellen Situation noch einmal eine besondere Bedeutung. In dem Workshop könnt Ihr Europa aus der Sicht junger Menschen wahrnehmen. Wir thematisieren die Bedeutung europäischer Institutionen für das Alltagsleben junger Menschen – von Lebensmitteln über Datenschutz im Internet bis hin zu Feuerwehr- und Sicherheitsnormen. In praktischen Übungen erfahrt Ihr etwas über wichtige Strukturen in der EU und wie die Interessen junger Menschen vertreten werden (unter anderem im Europäischen Jugendparlament).

Daniel Meyer: "Die Europäische Union ist mehr als eine Wirtschaftsgemeinschaft. Besonders in den aktuellen Krisenzeiten zeigt sich ihr besonderer Charakter, der durch Werte wie die Förderung des Friedens, der Sicherheit und der Solidarität gekennzeichnet ist. Dennoch werden oftmals Klischees über die EU bedient, beispielsweise sie sei bürokratisch, zerstritten und entscheide an dem Alltag der Menschen vorbei. Ist das wirklich so? Was ist mit Reisefreiheit, Abschaffung der Roaming-Gebühren, Verbraucherschutz und Deklaration von Lebensmittelprodukten, der Plastik-Vermeidung oder der europäischen Notrufnummer 112? All diese Beispiele zeigen, dass ein unmittelbarer Einfluss der EU im Alltag der Jugendlichen besteht."

Referent: Daniel Meyer, Technische Universität Kaiserslautern, Fachgebiet Politikwissenschaft

Moderatorin: Anne Langeloh, Fachwartin Jugendpolitik, Jugendfeuerwehr Hamburg

Workshop 3: „Spiel ohne Grenzen?” Mit Jugendlichen über Europa reden!
Portrait Gerd Rademacher
Gerd Rademacher (Foto: privat)

„Europa“ war bislang im Alltag der meisten Jugendlichen eine kaum hinterfragte Selbstverständlichkeit. Doch was ist eigentlich damit gemeint, wenn wir von „Europa" sprechen? Wie vielfältig ist Europa jenseits der EU und welche Rolle spielen Grenzen im Alltag junger Menschen? In diesem Workshop wollen wir solchen Fragen nachgehen und gemeinsam Ideen entwickeln, wie Ihr Europa mit Kindern und Jugendlichen thematisieren könnt.

Juliane Niklas: "Welche Vorteile hat Europa? Junge Menschen kennen Europa eigentlich nur stabil und friedlich. Sie kennen keine Grenzen, sondern nur Reisefreiheit. Wie normal und selbstverständlich ist das? Dass es das nicht ist, ist allen durch die Krise in der Ukraine durch Russland klargeworden. Vorteile und Privilegien als Europäer:in müssen uns bewusster werden!"

Referentin: Juliane Niklas, Expertin für Internationale Jugend- arbeit in Mittel- und Osteuropa, Bayrischer Jugendring

Moderator: Gerd Rademacher, Fachbereichsleiter Jugendpolitik, Landesjugendfeuerwehr Brandenburg

Workshop 4: Kinder stärken, Kinderrechte spielend erlebbar machen!
Portraits Alexander von den Steinen und Kathleen Lorenz
Alexander von den Steinen (l.) und Kathleen Lorenz (Fotos: privat)

Kinder haben Rechte und als Jugendverband setzt sich die Deutsche Jugendfeuerwehr für ihre Durchsetzung ein. Kurz: Sie vertritt die Interessen der Kinder. Aber welche Rechte haben Kinder überhaupt? Was ist Kindeswohl und wie sind Kinder zu schützen, zu fördern und zu beteiligen in der Feuerwehr? Diese Fragen werden im Workshop beantwortet. Über Übungen und Spiele zu den verschiedenen Kinderrechten, die in den Kindergruppen der Feuerwehr anwendbar sind, erfolgt eine Sensibilisierung. Mit dem Ziel, diese Rechte in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen der Feuerwehren zu etablieren, stehen praktische Methoden und ihre Anwendung im Mittelpunkt.

Alexander von den Steinen: "Kinderrechte spielen in Europa keine Rolle!? Doch, tun sie, alltäglich in den Feuerwehren, in Deutschland und in Europa. Denn Kinder haben Recht auf Schutz, Förderung und Beteiligung. Diese Rechte in den Kindergruppen zu verwirklichen, ist unser Ziel. So können wir Kindeswohl und persönliche Entfaltung erreichen. Auch Kinder können mitbestimmen, sie können sich Fähigkeiten aneignen und ihre Rechte ausleben."

Referent: Alexander von den Steinen, Kinderfeuerwehr-Experte, Bildungsreferent der Jugendfeuerwehr Nordrhein-Westfalen

Moderatorin: Kathleen Lorenz, Fachbereichsleiterin Kinder in der Feuerwehr, Landesjugendfeuerwehr Brandenburg

Workshop 5: Unsere Welt ist bunt – Vielfalt in Kindergruppen praktisch gestalten!
Moderatorin Silke Weibels
Silke Weibels (Foto: privat)

Für Kinder ist es wichtig, dass ihre individuellen Vielfaltsaspekte berücksichtigt und in den Alltag miteinbezogen werden, damit sie sich wohlfühlen. Das gilt für alle Bereiche unseres Lebens, auch für die Kindergruppen in unseren Feuerwehren. Im Workshop 5 möchten wir uns mit dem Begriff „Vielfalt“ auseinandersetzen und herausfinden, wie wir die unterschiedlichen Vielfaltsdimensionen in unseren Kindergruppen als Chancen erkennen und ihnen in der Praxis begegnen.

Silke Weibels: "Menschen haben viele Gemeinsamkeiten und sind zugleich verschieden. Ihr Geschlecht, ihre Herkunft, ihr sozialer Status mögen sich unterscheiden und dennoch verbindet sie die gemeinsame Lust auf und an Feuerwehr. Diese Vielfalt in Einheit ist wichtig zu verstehen. Ein gleichberechtigtes Miteinander ist bedeutend, nur so können wir in den Kindergruppen und in der Feuerwehr als Team funktionieren!"

Referent: Netzwerk Demokratie und Courage, Teamer-Duo, Netzwerk für Demokratie und Courage Landesnetzstelle Saarland

Moderatorin: Silke Weibels, Stellvertretende Landesjugendfeuerwehrwartin der Niedersächsischen Jugendfeuerwehr

Workshop 6: Methodentraining für den Praxisalltag in Kindergruppen
Portraits Marcus Moser und Dieter Stein
Marcus Moser (l.) und Dieter Stein (Fotos: privat)

Ihr habt Ideen, was Ihr Euren Kindern in der Kindergruppe zeigen oder beibringen wollt? Aber Ihr habt keine richtige Idee, wie man es umsetzen kann? Wir wollen Euch in einem Methodentraining ein paar Ideen und Handwerkszeuge mitgeben, wie Ihr Inhalte auf verschiedene Art und Weise erklären und Eure Mitglieder aktivieren könnt – auch wenn unsere Kinder schon sehr aktiv sind.

Marcus Moser: "Um Dinge zu verstehen, müssen angepasste Methoden angewandt werden. Um diese möglichst mit allen Sinnen zu erfassen und zum Erfolg zu gelangen, sollten folgende Schritte verinnerlicht werden: Sensibilisieren – Entdecken – Verstehen – Begeistern."

Referenten: Marcus Moser, Minifeuerwehr-Koordinator der Jugendfeuerwehr Hamburg, und Dieter Stein, Kinderfeuerwehr-Experte des Landesfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz

Moderatorin: Janine Karstens, Kinderfeuerwehrwartin, Jugendfeuerwehr Bremen

Workshop 7: Kindergruppen in der Feuerwehr wachsen in Europa!
Portraits Teresa Tiszbierek und Manfred Eibl
Teresa Tiszbierek (l.) und Manfred Eibl (Fotos: privat)

Wir schauen über den Tellerrand hinaus. Kindergruppen in der Feuerwehr gibt es nicht nur in Deutschland. Auch unsere europäischen Nachbarn haben sich schon lange diesem Thema gewidmet. Unsere internationalen Gäste berichten über ihre Erfahrungen und stellen uns ihre inhaltliche Arbeit vor. Viele Ansätze in der Arbeit der Betreuenden ist identisch, aber es gibt auch unterschiedliche Schwerpunkte.

  • Welche Ansätze können wir zusammenbringen?
  • Können wir auch Kindergruppen in den internationalen Austausch bringen?
  • Sind beispielsweise Wettbewerbe auf europäischer Basis denkbar?

Darüber und über vieles mehr wollen wir mit Euch gemeinsam diskutieren und uns Anregungen holen.

Manfred Eibl: "Kinder sind unser aller Zukunft! In vielen Ländern finden Kinder ihren Weg zu den Feuerwehren. Doch können die Ansätze und Zugänge anders sein. Wir können von den Erfahrungen gegenseitig profitieren und lernen, die Ideen anderer für die eigenen Strukturen und Kindergruppen zu nutzen."

Referent:innen: Teresa Tiszbierek, Vizepräsidentin des Polnischen Feuerwehrverbandes, und Manfred Eibl, Bundesfeuerwehrrat im Österreichischen Bundesfeuerwehrverband

Moderatoren: Jörn-Hendrik Kuinke, Stellvertretender Bundesjugendleiter, Deutsche Jugendfeuerwehr, und Michael Klein, Vorsitzender des Fachausschusses Kinder in der Feuerwehr, Deutsche Jugendfeuerwehr


Weitere Informationen zur Veranstaltung

Zielgruppen des Kongresses sind:

  • Jugendleiter:innen der Jugendfeuerwehren
  • Betreuer:innen der Kindergruppen in den Feuerwehren
  • Jugendliche aus den Jugendforen

Veranstaltungsort:
Jugendherberge Homburg
Am Mühlgraben 30, 66424 Homburg (Saar)

Teilnehmendenbeitrag: 59 Euro
In dem Teilnehmendenbeitrag enthalten sind der Kongress inklusive Tagungsverpflegung und Präsent sowie der Austausch beim Saarlandabend.
Feuerwehr und Nachwuchsförderung gehören zu den kommunalen Aufgaben. So lohnt der Versuch, bei der Gemeinde oder der Feuerwehr einen formlosen Antrag auf Erstattung des Teilnahmebetrages von 59 Euro (und gegebenenfalls für die Reisekosten) zu stellen. Ihr bildet Euch schließlich fort, um Kinder und Jugendliche zu fördern und nachhaltig für die Feuerwehr zu begeistern.

Saarlandabend:
Die Saarländische Jugendfeuerwehr lädt ab 18:00 Uhr zum Länderabend in das Schwimmbad Koi ein. Bei Grillwurst und Pizza können sich alle Teilnehmenden in jugendgerechter Atmosphäre austauschen.

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Programmablauf

09:00 Uhr Einlass und Willkommen Moderation: Peter Jagla, Reporter des Norddeutschen Rundfunks
10:00 Uhr Begrüßung durch Karl-Heinz Banse, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, und Christian Patzelt, Bundesjugendleiter der Deutschen Jugendfeuerwehr
Input & Dialog zu „Kinder und Jugend in Europa!“
10:45 Uhr Pause
11:00 Uhr Erste Workshop-Runde
12:30 Uhr Mittagspause & Austausch
13:30 Uhr Zweite Workshop-Runde mit Wechsel der Teilnehmenden
15:00 Uhr Pause
15:15 Uhr Dritte Workshop-Runde mit Wechsel der Teilnehmenden
16:45 Uhr Feedback & Ergebnisse aus den Workshops
Präsentation der Projektgruppe „Neues Bildungskonzept“ der Deutschen Jugendfeuerwehr
17:30 Uhr Kongressende
Ab 18 Uhr Saarlandabend
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