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Regionalkonferenzen Kinder in der Feuerwehr

 

Nächste Regionalkonferenz im Mai 2019 in Bayern

Die nächste Regionalkonferenz wird am 18. Mai 2019 in Bayern (Regensburg) sein. Weiter Infos hier:

Zudem ist angedacht in Großraum Halle-Leipzig oder Chemnitz sowie zwischen NRW und Hessen jeweils eine Regionalkonferenz anzubieten!

Bisherige Regionalkonferenzen Kinder in der Feuerwehr

Für den Austausch und zum Fortbilden bot die gemeinsame Projektgruppe von DFV und DJF bereits mehrere Regionalkonferenzen an und zwar hier:

  • 2015 in Nordrhein-Westfalen (Telgte)
  • 2016 in Brandenburg (Blossin)
  • 2016 in Baden-Württemberg (Bruchsal)
  • 2018 in Bayern (Franken/Lichtenfels) - weitere Infos dazu hier!

Nach den erfolgten Regionalkonferenzen in Telgte bei Münster (NRW), in Blossin (Brandenburg) und in Bruchsal (BaWü) sowie nun in BAyern (Franken/Lichtenfels) sind wichtige Etappen erreicht. Mit allen vier Konferenzen konnten mehr als 300 Teilnehmende erreicht werden. Die Leiterinnen und Leiter von Kinderfeuerwehren, Betreuerinnen und Betreuer von Kindergruppen, aber auch Jugendwartinnen und Jugendwarte sowie Wehrleitende tauschten sich über die Arbeit in und mit Kindergruppen aus und bildeten sich zudem auf den Regionalkonferenzen fort.

Regionalkonferenz in Bayern 2018

Kinder in der Feuerwehr sind attraktiv und ein bundesweiter Trend, auch in Bayern.

Über 80 Teilnehmende überwiegend aus Bayern wurden vom DFV-Vize-Präsidenten Hermann Schreck und dem Projektgruppenleiter Kinder in der Feuerwehr Michael Klein begrüßt. Herausgestellt wurde, dass Kinder in der Feuerwehr dem demografischen Wandel mit immer weniger Jugendlichen entgegenstehen und die Reihen füllen. Zugleich orientieren sich Kinder immer früher an Peers und legen sich auf Hobbies fest. Ein frühzeitiges Angebot hilft, Kinder rechtzeitig zu gewinnen und an die Feuerwehr zu binden.

Doch Kindergruppen laufen anders als die Jugendfeuerwehr. Auf was alles zu achten ist, wurde in verschiedenen Austauschrunden thematisiert: Aufsichtspflicht, Sicherheit im Gebäude, Beförderung im Auto, Datenschutz und Kindeswohl. Dann ging es in vier vertiefenden Workshops weiter.

In dem Workshop von Nadine Krenz (Baden-Württemberg), Karin Plehnert-Helmke (Hessen) und Melanie Walter (Bayern) stand unter dem Titel Brandschutzerziehung. Der Musteraufbau einer Gruppenstunde wurde vorgestellt und es konnten Erfahrungen bei Experimenten in der Praxis erlebt werden. U.a. der Frage, was Feuer benötigt, wie Sauerstoff, Brennstoff und Temperatur (Verbrennungsdreieck), wurde nachgegangen. Oder auf was bei Kindern beim „experimentellen Umgang mit Feuer“ zu achten ist.

Im Spiele-Workshop wurden mit den Teilnehmenden zahlreiche gruppendynamische Übungen und Spiele „rot lackiert“, sprich mit „Feuerwehr aufgeladen“ und zusammen wurden die Spiele dann ausprobiert. Das selber erproben ist ein pädagogisches Prinzip, so Alexander von Steinen (NRW), Petra Cornesse (Rheinland-Pfalz), Heike Vetter (Sachsen), Rita Schreier (Saarland) und Kathy Lorens (Brandenburg). Auch hier ist der Rollenwechsel gut, um sich besser in die Lage der Kinder als spielende Teilnehmende versetzen zu können. Es fällt leichter auf, auf was es bei der Anleitung ankommt. Die rotlackierten Spiele werden von der Projektgruppe bearbeitet und sollen einem Spielergänzungsset einfließen.

In dem Workshop zum Thema Vielfalt informierten sich die Teilnehmenden darüber, was unter Vielfalt r zu verstehen ist, wie dies mit der eigenen Biografie und Prägung verbunden ist. Dazu wurden die Dimensionen der Vielfalt und Identität benannt, manches wie Geschlecht, Alter, Religion, ethnische Zugehörigkeit sind unveränderbar und haben einen großen Einfluss darauf, wie Mensch oder eine Persönlichkeit ist. Andere Dimensionen, wie Gewohnheiten, Hobbies, auf dem Land oder in der Stadt zu leben oder eben die Schulbildung u.v.a.m. sind variabler und können (auch selbst) beeinflusst werden. Auf was wir bei Mädchen- und Jungenarbeit achten sollten, wie zum Beispiel die weibliche Technikbegeisterung zu fördern, oder bei Inklusion gegenüber Kindern mit Handicap eine lösungs- und handlungsorientierte Haltung zu entwickeln, so der DJF-Bildungsreferent, Uwe Danker und Andrea Neuschulz-Kuskowiak (Niedersachsen), bewirken Vielfalts-Potentiale und freiwilliges Engagement zu nutzen.

Ebenso wichtig wie der Übertritt von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung, ist der Übergang von den Kindergruppen zur JF zu begleiten. In dem Workshop von Michael Klein (Rheinland-Pfalz) und Kirstin Nimke (Thüringen) erarbeiteten die Teilnehmenden verschiedene Möglichkeiten und Maßnahmen, wie die Kinder leichter, erfolgreicher und nachhaltiger in die Jugendfeuerwehr wechseln. Die Palette reichte von gemeinsamen Zusammenkünften über Patenschaften und Elternabend bis zu Übergangsritualen.

Großes Interesse weckte auch die umfangreiche Lehrmittelschau mit Spielen, Büchern, Materialien und Experimenten (z.B. vom „Haus der kleinen Forscher“), die von Dieter Stein (Rheinland-Pfalz) dargeboten wurde.

Abgerundet wurde der Tag Ende November in Schney/Lichtenfels mit einer Überraschung: einem Grisu-Adventskalender für alle Teilnehmenden und einer Danksagung an das ehrenamtliche Engagement.

(Text: Uwe Danker)

Regionalkonferenz in Baden-Württemberg 2016

Mit 80 Teilnehmenden aus Süddeutschland war die dritte und letzte Regionalkonferenz Kinder in der Feuerwehr sehr erfolgreich. Betreuende und Leitende von Kindergruppen sowie Gründer von Kinderfeuerwehren vor allem aus Baden-Württemberg, aber auch aus Bayern, Rheinland-Pfalz und dem Saarland nahmen teil. Weit mehr wollten noch teilnehmen, konnten aber aus Kapazitätsgründen nicht.

Die gemeinsam DFV-DJF-Projektgruppe Kinder in der Feuerwehr freute sich erneut der großen Nachfrage und bot den Teilnehmenden nach einer Begrüßung, einen Exkurs in „Rechte und Pflichten für Gruppenleitende“ und Workshops zu verschiedenen Themen.

Der Projektgruppenleiter, Michael Klein, von der Feuerwehrschule der Leiter Thomas Egelhaaf sowie Führungslehrer Torsten Rönisch, und der Bildungsreferent der DJF, Uwe Danker. Alle unterstrichen die hohe Bedeutung für die Nachwuchssicherung für die Feuerwehren und den erfolgreichen Trend, der Kindergruppen. Doch nicht alleine der demografische Wandel solle Motiv sein, Kindergruppen zu gründen, sondern die allgemeine Jugendarbeit. Viele sozial Kompetenzen sowie feuerwehraffine Fertigkeiten werden bereits mit in Kindergruppen erlernt und zahlen sich für die Feuerwehr und die Gesellschaft aus.

Für die verantwortungsvolle Aufgabe tauschten sich die Teilnehmenden in einem Worldcafé zu "Rechte und Pflichten" aus: Unter welchen Umständen kann die Aufsichtspflicht übertragen werden (u.a. Volljährigkeit), welcher Betreuungsschlüssel ist sinnvoll (2:10), wie sieht der Beförderungsschutz bei Fahrten aus (Sitzkissen/Gurte), welches Gerät ist geeignet (bspw. D-Schläuche oder Kinder dürfen nur 10% ihres Körpergewichts tragen), was sind sensible Daten (bspw. Verknüpfte Daten von Namen und Geburtstag) oder was ist bei Kindeswohlgefährdung zu beachten (Ruhe bewahren und sich weiterinformieren (http://www.jugendfeuerwehr.de/schwerpunkte/kindeswohl/).

In drei Workshops nahmen sich anschließend die Teilnehmenden gruppendynamische Übungen vor, werteten für die Teamarbeit relevanten Zusammenhänge aus und entwickelten gemeinsam Spiele, die auf Feuerwehr getrimmt wurden. Aus dem Spiel Obstsalat wurde Feuerwehrsalat oder aus Montagsmaler die Feuerwehrmaler, kurz „Spiele rot anmalen“. Mit viel Spaß wurden viele Erfahrungen gesammelt.

„Brandschutzerziehung und Praxis“ war Thema eines anderen Workshops. Gemeinsamkeiten, Berührungspunkte, aber auch Unterschiede weist der Brandschutzerziehung mit der Jugendarbeit in Kindergruppen auf. In Kindergruppen setzen wir uns dauerhaft, langfristig auseinander. Themen um Feuerwehr werden spielerisch, auch mit Basteln und Malen angegangen. Die BSE setzt an der Aufklärung an, die Kindergruppen fördern mehr die Persönlichkeitsentwicklung. Damit den Kindern später in der Jugendfeuerwehr nicht langweilig wird, sollten die Inhalte unter anderen Fragestellungen behandelt und in einer anderen Form erfahrbar gemacht werden. So sind nicht alle Knoten und Stiche zu lernen oder Löschangriffe gehören bei Kindergruppen nicht zum Übungsdienst, aber Wasserspiele und Experimente etc.

Auch der Workshop zum Thema „Übertritt statt Ausstritt“ griff dies mit auf. Beide Seiten, die auf der Kindergruppe und die auf der Jugendfeuerwehr-Seite müssen den Übergang organisieren, um möglichst wenig Austritte zu haben. Dazu wurden verschiedene Ideen entwickelt und bearbeitet, die die Übergabe vorgreifen und einen gelungenen, leichten Übertritt gewährleisten sollen. Gemeinsame Gruppenstunde, gemeinsame Veranstaltung (bspw. Feuerwehrolympiade), Elternabend oder eine Übergaberitual sind geeignete Mittel.

Im Fazit wurde die neue Landesfeuerwehrschule ebenso gelobt, wie das Engagement der Freiwilligen, die teilnahmen oder die Konferenz als Referenten_innen umsetzten.

Rückfragen bitte bei: Uwe Danker, Bildungsreferent der DJF