Inklusions-Check
Uns erwartet hier ein Inklusions-Check. Es wird eingeführt und Ziele, Aufbau, Definitionen und Anwendungsideen werden benannt. Dann folgt der acht Checks sowie Tipps zur Umsetzung:
- Check 1: Wie offen will ich sein? [ICH]
- Check 2: Wie offen wollen wir als Leitungsteam sein? [WIR]
- Check 3: Wie offen sind unsere Kinderfeuerwehr und unsere Jugendfeuerwehr? [ORT]
- Check 4: Wie offen sind unsere Angebote in der Kinderfeuerwehr und Jugendfeuerwehr? [KOMMUNIKATION und ANPASSUNGEN]
- Check 5: Wie offen sind wir für das, was Kinder und Jugendliche in der Feuerwehr wollen? [PARTIZIPATION]
- Check 6: Inwiefern beziehen wir Eltern ein? [EXPERTISE]
- Check 7: Setzen wir als Kinderfeuerwehr und Jugendfeuerwehr auf neue Kooperationen? [KOOPERATIONEN]
- Check 8: Haben wir in der Kinderfeuerwehr und Jugendfeuerwehr den Check gecheckt? [STARTEN]
- Umsetzung nach dem Inklusions-Check
- Tipps, wie sich Inklusion erreichen und umsetzen lässt
Inklusions-Check für die Kinder- und Jugendfeuerwehren
Inklusion heißt für uns: Kinder und Jugendliche mit Behinderungen können in den Feuerwehren selbstverständlich teilhaben, mitmachen, mitgestalten – beim Dienst oder Übungsabend genauso wie bei Ausflügen, Zeltlagern und Wettbewerben.
Wir in den Kinderfeuerwehren und Jugendfeuerwehren merken: Inklusion ist leichter als gedacht. An anderen Stellen tun sich Grenzen auf. Wir müssen lernen, Barrieren zu erkennen, und Wege zu finden, um sie zu umgehen oder zu überwinden. Das ist „normal“. Aber: Auf dem Weg zu Inklusion ist „normal“ kein guter Maßstab für uns. Inklusion bedeutet, immer wieder nach Lösungen zu suchen: anfangen und ausprobieren. Entdecken, was schon geht – und wo noch mehr möglich ist.
Mit diesem „Inklusions-Check“ bekommen wir Anregungen, um unsere Kinderfeuerwehren und Jugendfeuerwehren so zu gestalten, dass junge Menschen mit Behinderungen gut sowie sicher teilnehmen und teilhaben können. Der Inklusions-Check ist ein erster Schritt, sich mit dem Thema intensiver auseinanderzusetzen und gemeinsam Antworten bei Herausforderungen zu finden.
Ziel des Inklusions-Checks
- Eine Auseinandersetzung über das Thema Inklusion mit den Checkfragen in den Leitungsteams der Kinderfeuerwehren und Jugendfeuerwehren erreichen
- Gemeinsam Lösungen und Maßnahmen finden, die Inklusion ermöglichen und gewährleisten können
Aufbau des Inklusions-Checks
Der Check versucht eine ganzheitliche Betrachtung, die für eine gelingende inklusive Kinder- und Jugendarbeit entscheidend ist. Es sind 63 Check-Fragen. Zudem stellen wir am Ende des Textes Tipps zur Beantwortung und zu Inklusion vor. Der Check ist in folgende Rubriken unterteilt:
- Beim Check 1 & 2 stehen die eigene Haltung und Erfahrungen im Vordergrund.
- Check 3 nimmt die räumlichen und organisatorischen Barrieren in den Blick.
- In Check 4 dreht sich alles um Anpassungen in der Kommunikation und Zusammenarbeit.
- Check 5 greift unter dem Schlagwort „Partizipation“ zentrale Elemente inklusiver Arbeit auf, indem individuelle Bedürfnisse berücksichtigt und die aktive Einbindung von Kindern und Jugendlichen gefördert werden.
- Check 6 beleuchtet die Expertise der Eltern.
- Check 7 setzt auf Netzwerke und Kooperationen.
- Mit Check 8 werden konkrete Maßnahmen und Veränderungsvorhaben angeregt.
Im Anschluss an die Check-Fragen findet ihr für einige der Fragen mögliche Antworten, die eine Unterstützung bei der Lösungsfindung sein können.
Definitionen
DJF-Definition zu Inklusion
Mit Inklusion meinen wir in der DJF die vollumfängliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Alle unsere Angebote in den Kinderfeuerwehren und Jugendfeuerwehren müssen in ihrer Zugänglichkeit und Nutzbarkeit barrierefrei sein. Nicht die jungen Mitglieder mit Behinderungen müssen sich anpassen, sondern wir uns und das System Feuerwehr. Wir müssen angemessene Vorkehrungen treffen, um Barrieren zu überwinden und Inklusion zu verwirklichen.
DJF-Definition zum Unterschied Beeinträchtigung und Behinderung
Der Hauptunterschied liegt darin, dass Beeinträchtigung die körperliche/geistige/seelische/ Sinnes-Einschränkung an sich beschreibt (die funktionale Seite), während Behinderung die Folge aus dieser Beeinträchtigung und den Barrieren in der Umwelt ist (die soziale Seite). Eine Beeinträchtigung wird erst durch soziale Barrieren zur Behinderung
DJF-Definition zu Menschen mit Behinderungen
Die DJF folgt der modernen und gesetzlich verbrieften Definition von Behinderungen, und zwar als soziales Modell. In der Folge wird das Wechselwirkungsmodell als Grundlage verstanden und genutzt: Behinderungen entstehen durch das Zusammentreffen von Beeinträchtigungen und gesellschaftlichen Barrieren (Umwelt, Einstellungen) (siehe § 2 SGB IX).
Anwendungsideen
1. Im Idealfall finden die Beantwortung und Diskussion der Checkfragen in einer Gruppe statt.
- Wir sollten den Check 1 zunächst aus der Ich-Perspektive beantworten. Die Antworten stellen wir dann im Team einander vor.
- Ab dem Check 2 sollten wir im Team arbeiten und zusammen Antworten finden.
- Einige Fragen enthalten Glühirnen als Zeichen für Tipps. An dieser Stelle werden für uns bei Bedarf Tipps und Lösungsvorschläge anklickbar beziehungsweise Hinweise zur Problembehebung zur Verfügung gestellt. Diese Tipps sind als eine Art Katalog zu verstehen, aus denen wir die Aspekte auswählen können, die bei uns Interesse hervorrufen und förderlich für die Inklusion junger Menschen mit Behinderungen sind.
- Zur Unterstützung bietet uns die Deutsche Jugendfeuerwehr zu einigen zentralen Begriffen eine Definition (siehe oben)an.
- Die Fragen des Checks sind nicht allumfassend – also können sie ergänzt werden. Wir können bei Bedarf auch eine Frage überspringen.
2. Nach der Beantwortung der Fragen stehen uns als Betreuungsteam zwei Optionen zur Verfügung:
- Unsere Herausforderungen und Lösungsansätze, die auf den vorliegenden Fragen und Antworten basieren, werden direkt von uns im Team besprochen und wir entwickeln Maßnahmen.
- Oder aber: Die Teamleitung, etwa der Jugendfeuerwehrwart oder die Jugendfeuerwehr- wartin, nutzt die gewonnenen Erkenntnisse aus den Antworten und Diskussionen, um Maßnahmen zu entwickeln und anschließend beraten wir dazu im Team.
3. Jetzt setzen wir die Barrierefreiheits- und Inklusionsmaßnahmen für junge Mitglieder mit Behinderungen in der Feuerwehrgemeinschaft um.
4. Es ist wichtig für uns, den Inklusions-Check ab Check 3 immer mal wieder zu überprüfen, besonders nach einer Weile und bei neuen Mitgliedern mit (verschiedenen) Behinderungen.
Los geht’s…
Check 1: Wie offen will ich sein? [ICH]
1. In Bezug auf das Thema Inklusion beginnt vieles mit der persönlichen Einstellung. Als Vorbilder haben wir eine Verantwortung in der Kinder- und Jugendfeuerwehr.
1.1. Wie offen möchte ich eigentlich in der Kinder- und Jugendarbeit in der Feuerwehr sein, für die ich zuständig bin?
1.2. Können Kinder und Jugendliche mit Behinderungen an meinen Aktivitäten teilneh- men? Kann ich mir vorstellen, dass Kinder oder Jugendliche mit Behinderungen in meinen Dienst kommen, an meinem Ausflug/Zeltlager oder an meinem Wettbewerb/ Abzeichen teilnehmen?
1.3. Wo bin ich bereits offen für junge Menschen mit Behinderungen?
1.4. Was verhindert, dass ich mich noch offener zeige als bisher?
1.5. Was kann mir Ideen und Kraft geben, um noch offener zu sein?
- Austausch mit anderen (Networking), z. B. Dienste für Menschen mit Behinderungen oder sogenannte Behindertenverbände, Selbsthilfeorganisation oder andere Jugendverbände
- Recherche im Internet sowie auf der Internetseite der DJF mit Praxisbeispielen
- Netzwerke auf Kreisebene oder Landesebene in den Feuerwehren
- Inklusionsrat oder Beauftragte für Menschen mit Behinderungen der Kommune/des Landkreises
1.6. Welche Bücher oder Filme kenne ich zum Thema Inklusion und Behinderungen? Kenne ich prominente Menschen mit Behinderungen?
Filme/Serien:
(siehe zu Filmen: hier)
Vorstadtkrokodile, Pulse (Krankenhausserie Netflix), Zum Schwarzwälder Hirsch (VOX-Doku), Die Goldfische, Wochenendrebellen, Ziemlich beste Freunde, Wunder, Forrest Gump, Auf Augenhöhe, X-Men-Filmreihe, Club der roten Bänder (VOX-TV-Serie), Down The Road – Die Abenteuerreise (ARD-TV-Serie), Herbstresidenz (TV- Serie mit Tim Mälzer und André Dietz)
Bücher:
(siehe zu Kinderbüchern: hier)
Irgendwie anders? (Cave/Riddel), Rollstiefelchen (Grégoire Solotareff), Behalt das Leben lieb (Jaap ter Haar), Wer Inklusion will, findet einen Weg, wer sie nicht will, findet Ausreden (Raúl Krauthausen), Jeder Krüppel ein Superheld (Christoph Keller), Gewitter im Kopf (Zimmermann/Lehmann)
Prominente Menschen:
Wolfgang Schäuble (Bundestagspräsident), Jürgen Dusel (Bundesbeauftragter für die Belange von Menschen mit Behinderungen), Heike Heubach (Politikerin), Malu Dreyer (Politikerin/Ministerpräsidentin RP), Stephen Hawking (Wissenschaftler), Samuel Koch (Sportler/Schauspieler), Raúl Krauthausen (Aktivist), Mathias Mester (Sportler), Frida Kahlo (Künstlerin), Michael J. Fox (Schauspieler), Andrea Bocelli (Sänger), Stevie Wonder (Sänger), Ludwig van Beethoven (Musiker)
1.7. Habe ich im alltäglichen Leben persönlichen Kontakt mit Menschen mit Behinderungen? Welche Vorerfahrungen habe ich im Umgang mit Menschen mit Behinderungen?
Check 2: Wie offen wollen wir als Leitungsteam sein? [WIR]
2. Nicht allein meine eigene Einstellung ist von Bedeutung, die Haltung des gesamten Teams ist ausschlaggebend.
2.1. Haben wir bereits in unserem Team der Kinderfeuerwehr und Jugendfeuerwehr darüber gesprochen, wie offen wir sein möchten?
2.2. Wollen wir Kinder und Jugendliche mit Behinderungen willkommen heißen? Wollen wir sie als Mitglieder aufnehmen?
2.3. Ist unsere Haltung bei Vorbereitungstreffen (z. B. zur Dienstplanung, Ausflügen, Zeltlagerplanung oder zu Wettbewerben) und im Kinderfeuerwehr-/Jugendfeuer- wehrteam ein Thema?
2.4. Welche Beeinträchtigungen und Behinderungen sind uns bekannt? Stehen unsere Kinderfeuerwehr und Jugendfeuerwehr allen jungen Menschen mit Behinderungen gleichermaßen offen?
- siehe zum Unterschied von Beeinträchtigungen und Behinderungen die Definitionen zu Beginn des Inklusions-Checks
- Formen von Behinderungen (siehe hier):
- körperliche Behinderungensogenannte
- „geistige“ Behinderungen beziehungsweise besser kognitive Beeinträchtigungen. Die Lebenshilfe setzt sich mit dem Begriff kritisch auseinander (siehe hier)
- seelische Behinderungen (psychische Erkrankungen)
- Sinnesbehinderungen wie Hörschädigungen (Gehörlosigkeit oder Schwerhörigkeit) sowie Sehschädigungen (Blindheit oder Sehbehinderungen)
- Lernbehinderungen
- Mehrfachbehinderungen
- Sprach- & Sprechbehinderungen
- chronische Erkrankungen
- Verhaltensstörungen
- auch Diversität innerhalb der „Gruppen“ thematisieren
- junge Menschen mit Behinderungen sind unterschiedlich verschieden, auch wenn sie dieselbe Beeinträchtigung oder Behinderungen haben
2.5. Nehmen wir wahr, dass sich in der Gesellschaft und in unserer Feuerwehr die Sichtweise auf Behinderungen und Inklusion verändert?
Die Sichtweise auf Behinderung und Inklusion hat sich grundlegend von einem medizinischen Defizitblick hin zu einem Menschenrechtsansatz gewandelt – u.a. aufgrund der Behinderten-Rechts-Konvention (BRK). Das hat Folgen auf weitere Gesetze wie das Sozialgesetzbuch VIII (SGB VIII), in dem die Kinder- und Jugendarbeit geregelt wird (siehe SGB VIII §11) oder dem Bundesteilhabegesetz (BTHG), was die Teilhabe von Menschen mit
Behinderungen verbessern soll.
Der Wandel erfolgt auch in den Kinder- und Jugendfeuerwehren. Konkret zeigt sich dies in der Praxis in den Feuerwehren an folgendem:
- Soziale Kompetenzen wachsen im Umgang miteinander
- Verstärkung der Teamfähigkeit und des Gemeinschaftsgefühls
- Abbau von Vorurteilen und Reduzierung von Berührungsängsten
- Neue Perspektiven
- Ausbilderinnen und Ausbilder entwickeln kreativere Methoden & gehen besser auf Jugendliche ein
- Gesellschaftliche Vorbildfunktion (JFW zeigt Offenheit)
Können wir den Unterschied zwischen dem sozialen und dem medizinischen Verständnis von Behinderungen erklären?
(siehe: hier)
- Medizinisches Verständnis: Der Mensch hat eine individuelle Beeinträchtigung.
- Soziales Verständnis: Behinderung wird als Ergebnis von Barrieren in der Gesellschaft gesehen.
Die gesetzliche Definition von Behinderung als soziales Modell: Behinderung entsteht durch das Zusammentreffen
von Beeinträchtigungen und gesellschaftlichen Barrieren (Umwelt, Einstellungen) (siehe § 2 SGB IX)
2.6. Verfügen wir über ein klares Verständnis von Inklusion im Unterschied zu
Exklusion, Separation und Integration?
Inklusion (in Abgrenzung zu Integration und anderen) wird erklärt unter anderem hier
Eine kurze Erklärung:
- Inklusion bedeutet, dass alle Menschen – unabhängig von ihren Fähigkeiten und Einschränkungen – selbstverständlich und gleichberechtigt an allen Bereichen des Lebens teilhaben können.
- Exklusion bedeutet, dass Menschen mit Behinderung gänzlich ausgeschlossen sind aus der Gesellschaft.
- Separation bedeutet, dass Menschen räumlich oder sozial getrennt voneinander leben oder lernen, anstatt gemeinsam teilzuhaben.
- Integration bedeutet, dass Menschen mit Unterschieden in eine bestehende Gesellschaft aufgenommen werden, sich aber (teilweise) anpassen müssen.
2.7. Erkennen wir die (Teilhabe-)Rechte von Menschen mit Behinderungen an?
Werden wir unseren Verpflichtungen gerecht? Können wir die Verbindung zur
Diskriminierung verstehen?
(siehe zu Ableismus hier)
- Rechte: Menschen mit Behinderungen haben das Recht gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu dürfen.
- Diskriminierung: Niemand darf ausgeschlossen oder benachteiligt werden. Vorhandene Barrieren (baulich, sprachlich, sozial) müssen abgebaut werden.
- Pflichten:
- Sensibilisierung im Team
- Schutz und Fürsorgepflicht
- Respekt & Wertschätzung leben
- individuelle Unterstützung
- Barrieren abbauen
- Gleichberechtigte Teilnahme und Teilhabe an Angeboten ermöglichen
2.8. Welche Möglichkeiten eröffnen sich uns, wenn wir Kinder und Jugendliche mit
Behinderungen in unsere Gemeinschaft aufnehmen?
2.9. Wo erkennen und erleben wir Grenzen?
In Bezug auf Personal, Fachwissen, Organisation, Sicherheit, emotionale Aspekte?
2.10. Wie können wir personelle, fachliche, organisatorische, sicherheitsbezogene und
emotionale Barrieren verringern oder überwinden? Welche Ideen haben wir dazu?
2.11. Wo benötigen wir Unterstützung, um Barrieren zu verringern oder zu überwinden?
Ist es ein Problem für uns, Unterstützung und Hilfe anzufordern?
Manchmal fällt es Leitungskräften schwer, Hilfe zu suchen und anzunehmen.
Unterstützung und Hilfe können geben:
- Bundes- & Landesverbände
- Externe Organisationen & Partner (Lebenshilfe, Selbsthilfeverbände, Aktion Mensch)
- Lokale Unterstützung (Jugendamt, Förderschulen, Eltern & Angehörige)
- Austausch & Networking
2.12. Wie können wir Anregungen erhalten, um eine größere Offenheit zu erreichen?
- Junge Menschen/Mitglieder mit Behinderungen einbeziehen (sowie deren Eltern/Assistenz)
- von anderen Jugendfeuerwehren
- durch Praxisbeispiele (siehe Webseiten der DJF)
- Recherche im Web mit einer klassischen Suchmaschine (wie Google) und mit einer KI (wie ChatGPT), aber
vorsichtig, weil zunehmend bekannt wird, dass KIs, teilweise auch Falschinformationen liefern; wichtig dabei
ist die Quellen und die Richtigkeit zu überprüfen - Fortbildungen & Workshops
- Zusammenarbeit mit Fachstellen (siehe Linksammlung)
- Perspektivenwechsel (junge Menschen mit Behinderungen & deren Eltern)
- Social Media
- beim Ausprobieren sammeln wir Erfahrungen, die neue Anregungen geben können
2.13. Bieten wir Schulungs- bzw. Fortbildungsmaßnahmen zu relevanten Themenbereichen an (etwa Kommunikation, Assistenz, Barrierefreiheit, Sicherheit)? Werden sie von uns besucht und genutzt?
2.14. Sind uns Praxisbeispiele aus Kinderfeuerwehren/Jugendfeuerwehren bekannt?
Siehe hier
Check 3: Wie offen sind unsere Kinderfeuerwehr und unsere Jugendfeuerwehr? [ORT]
3. Barrierefreiheit“ stellt einen Schlüsselbegriff auf dem Weg zur inklusiven Kinder- und Jugendarbeit in der Feuerwehr dar. Barrieren finden sich beispielsweise in Bauwerken, Haltungen, sprachlichen Äußerungen, Informationen und Zugängen. Der Abbau von Barrieren stellt unser Ziel dar.
3.1. Inwieweit sind uns in der Kinderfeuerwehr und Jugendfeuerwehr Barrieren bekannt?
Ist es möglich, einen barrierefreien Raum oder einen Ort woanders zu nutzen? Was ist bei Fahrzeugen zu
beachten?
Barrierefreiheit bei Mobilitätseinschränkungen: Eingangsbereich/Ankunft, Toiletten, Umkleideräume, Wege,
Treppen, Tischhöhe
Barrierefreiheit aber auch im Sinne von ruhigen Räumen, wo junge Menschen mit seelischen/psychischen
Behinderungen sich kurz zurückziehen können, wenn es ihnen in der Gruppe zu viel wird (z. B. im Kontext
von Autismus relevant).
3.2. Sind unser Feuerwehrhaus sowie der Kinder- und Jugendraum als auch das Feuerwehrgelände für alle zugänglich? Ist es möglich, einen barrierefreien Raum oder einen Ort woanders zu nutzen? Was ist bei Fahrzeugen zu beachten?
3.3. Welche Möglichkeiten bestehen, um uns als Leitungsteam leicht zu erreichen? Ist die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel möglich oder bedarf es eines individuellen Transportes? Sind die öffentlichen Verkehrsmittel barrierefrei zugänglich? Sind im Rahmen von Ausflügen geeignete, barrierefreie Treffpunkte verfügbar?
Ist die barrierefreie Zugänglichkeit der Webseite gewährleistet?
3.4. Existieren besondere Zugangshindernisse für Kinder und Jugendliche mit
Behinderungen?
3.5. Inwieweit können wir gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen Hindernisse innerhalb unserer Angebote sowie beim Zugang zu diesen herausfinden?
3.6. Wie können wir diese Barrieren in unseren Angeboten überwinden und beseitigen?
3.7. Wie ist es uns möglich, Veränderungen (bezüglich Abläufe, Beschilderung, Material und Kommunikation) unkompliziert in Eigenregie vorzunehmen?
Manches kann kreativ erstellt werden (eigene Bilder) und manchmal funktionieren auch Apps oder Tools.
Für weitergehende Veränderungen sind Gebärdensprache, Leichte Sprache, Metacom Symbole oder Visuelle
Leitsysteme eine Lösung.
3.8. Welche Unterstützungsleistungen sind erforderlich? Von welchen Institutionen (z. B.
Trägern, Kommunen/Jugendämtern, der Feuerwehrleitung oder Fachstellen) können
diese bezogen werden?
Es können Anträge beispielsweise bei der Kommune oder bei Aktion Mensch gestellt werden.
Check 4: Wie offen sind unsere Angebote in der Kinderfeuerwehr und Jugendfeuerwehr? [KOMMUNIKATION und ANPASSUNGEN]
4. Kinderfeuerwehren und Jugendfeuerwehren sollen so gestaltet sein, dass junge Menschen mit Behinderungen gut teilnehmen und teilhaben können.
4.1. Sind Kinder und Jugendliche mit Behinderungen (sowie deren Erziehungsberechtigte) bei uns im Blick?
4.2. Sind wir freundlich und aufgeschlossen, selbst wenn Unsicherheit oder ein erhöhter Unterstützungsbedarf bei Kindern oder Jugendlichen vorliegt?
4.3. Finden neu hinzukommende Kinder und Jugendliche, ungeachtet ihrer jeweiligen Beeinträchtigungen oder Behinderungen, Platz in unserer Feuerwehrgemeinschaft?
4.4. Inwiefern betreiben wir barrierefreie Öffentlichkeitsarbeit für unsere Kinderfeuerwehren und Jugendfeuerwehren beziehungsweise für Dienste, Aktionen, Zeltlager und Wettbewerbe? Wie können wir werben, um alle zu erreichen?
4.5. Sind unsere Einladungen und Informationen für alle jungen Menschen in verständlicher Form aufbereitet? Sind diese leicht zugänglich und eindeutig in den Inhalten? Findet sich eine Kontaktmöglichkeit für Rückfragen?
- Angebote und Informationsmaterialien in Leichter Sprache
- mit Bildern, Symbolen, Piktogrammen (z. B. Metacom Symbole) arbeiten
- barrierefreie WORD-/PDF-Dokumente bzw. Internetseiten anbieten
4.6. Werben wir auch in Schulen, Beratungsstellen oder Wohngemeinschaften, um Kinder und Jugendliche mit Behinderungen anzusprechen?
4.7. Entstehen in unseren Angeboten finanzielle Aufwendungen (beispielsweise für Fahrten, Unterkünfte oder Ausrüstung)? In welcher Weise? Gelingt es uns, finanzielle Aufwendungen so zu gestalten, dass diese für niemanden ein Hindernis darstellen?
Entstehen in unseren Angeboten finanzielle Aufwendungen (beispielsweise für Fahrten, Unterkünfte oder
Ausrüstung)? In welcher Weise? Gelingt es uns, finanzielle Aufwendungen so zu gestalten, dass diese für
niemanden ein Hindernis darstellen?
Wer könnte unterstützen?
- Zusätzliche Mittel beim Jugendamt beantragen oder Spenden sammeln
- Wehrleitung
- Kommune und Bürgermeister/-in
- Jugendamt (wirtschaftliche Jugendhilfe, Bildung & Teilhabe)
- Sponsoring/Förderanträge bei Stiftungen oder bei Aktion Mensch
4.8. Schließen wir durch Vorschriften oder Verfahren Kinder und Jugendliche aus (z. B. durch die Aussage, dass etwas „immer auf diese Weise zu erfolgen hat“)? Wie können wir das verändern?
4.9. Wie schaffen wir attraktive Angebote für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderungen in der Feuerwehr?
- Mitbestimmung der Jugendlichen
- Gemeinschaft und Erlebnisse
- angepasste Übungen
- barrierefreie Kommunikation (wie Übersetzung in Einfache oder Leichte Sprache, Untertitelungen, …) sowie
auf mindestens zwei Sinneskanälen senden - gute Betreuende und Vorbildfunktion
- Praxiserfahrungen anderer Jugendverbände nutzen (siehe hier)
4.10. Wie können wir schrittweise eine größere Offenheit, mehr Partizipation und Inklusion erreichen, beispielsweise durch die Bereitstellung von Alternativen, Anpassungen, Abbau von Barrieren und Begleitungsmöglichkeiten?
- Der Begriff Inklusion umfasst sowohl Veränderungen eines jeden Einzelnen als auch den Wandel von
Strukturen. - Wie könnten diese Schritte aussehen? Welche Schritte müssen in welcher Reihenfolge gemacht werden?
- Alternativen: Übung flexibel gestalten, Schwierigkeitsstufen einbauen, passende Rollen verteilen
- Anpassungen: Sprache, Geräte und Abläufe vereinfachen, Wiederholungen, Barrierefreiheit
- Begleitung: Patensystem, Buddystatus, offene Gespräche (was brauchst du, damit es gut funktioniert?),
Zusammenarbeit mit Eltern und Fachstellen, Betreuende/Ausbilder/-innen achten stärker auf individuelle
Bedürfnisse
4.11. Wie bereiten wir Kinderfeuerwehr-/Jugendfeuerwehrmitglieder auf den Einbezug von Menschen mit Behinderungen vor? Wie binden wir sie in inklusive Prozesse ein?
4.12. Wie passen wir unsere Strukturen und Aufgaben so an, dass eine Teilhabe von Kinderfeuerwehr-/Jugendfeuerwehrmitgliedern mit Behinderungen an unseren Angeboten gewährleistet werden kann?
Check 5: Wie offen sind wir für das, was Kinder und Jugendliche in der Feuerwehr wollen? [PARTIZIPATION]
5. Im Zentrum der Aktivitäten der Kinderfeuerwehr und Jugendfeuerwehr stehen die Kinder und Jugendlichen selbst. Partizipation entsteht aus der aktiven Teilhabe.
5.1. Welche Möglichkeiten der Mitwirkung und Mitbestimmung bestehen für Kinder und Jugendliche in unserer Organisation (Planung, Rollen, Aufgaben, Verantwortung)?
5.2. Inwiefern sind uns die Bedürfnisse und Wünsche junger Menschen bekannt, und welche Möglichkeiten bestehen, diesen gerecht zu werden? Wie erfahren wir dies?
Es können Anträge beispielsweise bei der Kommune oder bei Aktion Mensch gestellt werden.
5.3. Konzentrieren wir uns auf die Bedürfnisse und Wünsche von Kindern und Jugendlichen, selbst wenn diese Unterstützung und Hilfestellung benötigen, um ihre Anliegen zu äußern oder zu verwirklichen?
5.4. Inwiefern werden Kinder und Jugendliche in die Programmgestaltung einbezogen (z. B. Dienstinhalte, Spiele, Ausbildung, Ausflüge, Zeltlager, Wettbewerbe)?
5.5. Inwiefern werden Kinder und Jugendliche in die Festlegung von Regeln einbezogen? Wie weit gehen hier Beteiligung und Mitbestimmung?
(siehe hier)
- Feedbackrunden
- Jugendgruppensprecher/-innen bzw. Jugendvertretung
- Gruppenentscheidung
- Wunschbox
5.6. Welche Interessen haben Kinder und Jugendliche mit Behinderungen, die bislang nicht an unseren Angeboten teilnehmen?
Kinder und Jugendliche mit Behinderungen haben sehr ähnliche Interessen wie alle anderen. Sie achten jedoch
viel stärker darauf, ob Angebote zugänglich/nutzbar, sicher und verständlicher sind.
5.7. Inwiefern passen wir unsere Theorie und Praxis an die spezifischen Bedürfnisse von Mitgliedern mit Behinderungen an? Wie gestalten wir diese barrierefrei?
Es gibt Konzepte, die darauf abzielen, Lehre und Lernen für alle zu verbessern und eine inklusive beziehungsweise
barrierefreie Lernumgebung zu schaffen. Dabei erhalten sämtliche Lernenden den Zugang zu unseren
Angeboten und ihre Lernerfahrungen werden optimiert, wie beispielsweise durch das Konzept der „Inklusionspädagogik“
oder des „Universal Design“ (siehe barrierefreies Erklärvideo zum Konzept des Universal Design
for Learning).
Check 6: Inwiefern beziehen wir Eltern ein? [EXPERTISE]
6. Obwohl Eltern nicht Zielgruppe der Kinderfeuerwehren und Jugendfeuerwehren sind, haben sie bei jüngeren Kindern oder jungen Menschen mit Behinderungen eine wichtige Rolle.
6.1. Wissen Eltern, dass ihr Kind mit Behinderungen zu uns kommen kann und willkommen ist? Besteht für Erziehungsberechtigte die Option, unser Team und unsere Tätigkeiten kennenzulernen, beispielsweise vor der Aufnahme ihres Kindes?
6.2. Wie zeigen wir Eltern von Kindern mit Behinderungen, dass ihr Kind in unserer Feuerwehrwelt willkommen ist? Erfolgt eine Ansprache von Eltern (Hospitationsangebot, Elterninformationen, persönliches Gespräch, eindeutige Ansprechpersonen)?
- Sichtbarmachen der Teilhabe von Mitgliedern mit Behinderungen durch Praxisbeispiele und einer Öffentlichkeitsarbeit, die junge Menschen mit Behinderung abbildet.
- Bei der Öffentlichkeitsarbeit sind barrierefreie Informationen & barrierefreie Kontaktmöglichkeiten für Eltern mit Behinderungen erforderlich (z. B. bei gehörlosen Eltern wären es Gespräche mit Gebärdensprachdolmetscher).
6.3. Wie können wir Ängste von Eltern abbauen (z. B. in Bezug auf Sicherheit, Betreuung, Überforderung, Zeltlager und Wettbewerbe)? Wie können wir Vertrauen aufbauen? Wird Eltern ausreichend Gelegenheit geboten, ihre Fragen, Erfahrungen und Bedenken offen zu äußern?
- Wir sind offen gegenüber jungen Menschen mit Behinderungen und vorbereitet auf Elterngespräche!
- Es gibt Elternabende oder Elterninformationsveranstaltungen.
6.4. Wie versichern wir Eltern, dass sich ihr Kind in unserer Obhut im Sinne der Aufsichtspflicht in guten und sicheren Händen befindet?
- Sicherheit sichtbar machen
- verlässliche Betreuung zeigen
- individuelle Unterstützung sicherstellen
- offene und ehrliche Kommunikation
- positive Erlebnisse ermöglichen
6.5. Inwiefern können wir mit außergewöhnlichen Situationen von jungen Menschen mit Behinderungen umgehen, wie beispielsweise Überlastung, Auseinandersetzungen oder gesundheitlichen Problemen?
Es kann ein Spannungsbogen entstehen zwischen dem gesetzlichen Anspruch auf Inklusion und den eigenen Möglichkeiten als Betreuerinnen und Betreuer. Ziel ist aber immer, mit den Eltern und Netzwerkpartnern Lösungen zu finden und Grenzen zu überwinden.
6.6. Wie suchen wir gemeinsam mit Eltern nach Lösungen bei Herausforderungen?
Check 7: Setzen wir als Kinderfeuerwehr und Jugendfeuerwehr auf neue Kooperationen? [KOOPERATIONEN]
7. Inklusion fordert heraus und es liegt nahe, neue Partner einzubeziehen. Sie bringen ihre Erfahrungen ein. Gemeinsam geht mehr…
7.1. Sind wir bereit, externe Fachkenntnisse einzubeziehen? Sind wir offen, um von anderen zu lernen und Unterstützung anzunehmen?
7.2. Kooperieren wir mit unterschiedlichen Schulen (an denen Kinder und Jugendliche mit Behinderungen lernen)? Können wir die Kontakte nutzen?
7.3. Welche Kenntnisse haben wir zu lokalen Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen bzw. -organisationen (wie beispielsweise Lebenshilfe, Diakonie, Caritas oder andere) oder Einrichtungen, die Familien mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen unterstützen?
- Jugendamt
- Sozialverband VdK Deutschland
- AWO
- Sozialdienst
- EUTB (ergänzende unabhängige Teilhabe Beratung)
- Fachstellen für Inklusion
- Inklusionsbeirat auf kommunaler Ebene
- Förderzentrum im Landkreis
- Elterninitiativen und Selbsthilfeorganisationen
- Landesvereinigungen Selbsthilfe (der Bundesländer)
- Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.
- Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) e.V.
- BVKM (Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V.)
- Bundesverband Autismus Deutschland e.V. oder ADHS Deutschland e.V.
- Deutscher Blinden und Sehbehindertenverband e.V.
- Deutscher Gehörlosen-Bund e.V.
- Deutscher Diabetiker Bund e.V.
7.4. Welche Beratungsstellen und Ansprechpersonen gibt es in unserer Nähe, um bei Fragestellungen zu Barrierefreiheit, Assistenz, Kommunikation oder erforderlichen Hilfsmitteln behilflich zu sein?
7.5. Wie können wir unsere Netzwerke erweitern? Welche neuen Kooperationen nutzen uns?
Check 8: Haben wir in der Kinderfeuerwehr und Jugendfeuerwehr
den Check gecheckt? [STARTEN]
Und nun, wo wir alles gecheckt haben, wie weiter …
8.1. Welche Stärken haben wir gefunden?
8.2. Was können wir schon richtig gut?
8.3. Welche Herausforderungen haben wir erkannt?
8.4. Welche Vorhaben verfolgen wir, um in Zukunft eine noch größere Offenheit, mehr Partizipation und bessere Inklusion zu gewährleisten? Welche konkreten Maßnahmen haben einen Nutzen? Wie werden sie umgesetzt (Planung der Maßnahme: Zielsetzung, Schritte, Verantwortliche und Auswertung)?
Um Projekte umzusetzen, gibt es Methoden wie beispielsweise der PDCA-Zyklus (Plan, Do, Check, Act).
Weitere Projekt- und Planungsinstrumente sind im Bildungsprogramm der DJF zu finden.
Und zum Schluss geht es nach dem Inklusions-Check in die Umsetzung!
Falls wir Anregungen benötigen, finden wir weiter unten sinnvolle Hinweise und Tipps in den
Endnoten. Wir finden hier Hinweise und Tipps für unsere ersten und die nächsten Schritte.
Gemeinsame Schritte und die Umsetzung von Maßnahmen entstehen immer unter den Rahmenbedingungen
und Gegebenheiten vor Ort. Dazu gehören Herausforderungen wie Einstellungen und
Motivation, Wissen und Neugierde, aber auch Ressourcen wie ehrenamtliche Kräfte, Zeit und Geld.
Es empfiehlt sich, nach der Beantwortung der Fragen des Inklusions-Checks gemeinsam Aufgaben
abzuleiten und Schritte zu überlegen, die zu Lösungen führen. Diese Aufgaben können im Team
verteilt werden. Wir können nun die Probleme lösen und überlegen, wie wir aus den Herausforderungen
etwas Positives machen können.
Hilfreich kann es auch sein, wenn wir bei Herausforderungen nicht allgemein bleiben und
verschiedene Formen von Behinderungen in den Blick nehmen. Wir sollten uns auf die jungen
Menschen mit Behinderungen fokussieren, die bei uns in der Feuerwehr sind oder sein wollen.
An konkreten Situationen lassen sich Lösungen leichter entwickeln und umsetzen.
Ein weiterer Schritt besteht darin, die Antworten zu betrachten und dort, wo offensichtliche
Widersprüche oder Uneinigkeiten im Team oder mit der Feuerwehrleitung bestehen, sich weiter
auszutauschen und nach gemeinsamen Antworten und Lösungen zu suchen.
Dort, wo etwas vielleicht (noch) nicht geht, im Blick haben: Inklusion heißt, nach Wegen und nach
Lösungen zu suchen. Stärken zu finden. Neue Partner zu entdecken. Inklusion wird nur Wirklichkeit,
wenn wir mit unserer Kinderfeuerwehr oder Jugendfeuerwehr anfangen, auch Neues zu wagen.
Nutzen wir den Check und entdecken Ideen für unseren Weg.
Eine Auswahl an Webseiten zum Vertiefen
Die Deutsche Jugendfeuerwehr stellt Praxisbeispiele, Tipps und Hintergründe vor.
Mehr Informationen hier: www.jugendfeuerwehr.de/themen/inklusion/
- Auftrag Inklusion – Perspektiven für eine neue Offenheit in der Kinder- und Jugendarbeit.
Die Publikation von Aktion Mensch, Diakonie und aej vermittelt inhaltliche Grundlagen
und Diskussionsansätze und gibt Tipps und Handlungsempfehlungen sowie Praxisbeispiele.
Jetzt hier herunterladen. - Inklumat – Selbsttest für inklusive Einrichtungen. Hier kann ermittelt werden, wie inklusiv
eine Einrichtung der Kinder- und Jugendarbeit schon ist. Mehr Informationen unter dem Link: https://www.aktion-mensch.de/inklusion/inklumat - Inklusionsquiz von KOPF, HAND und FUSS. Mit dem Quiz können wir das eigene Wissen
rund um Inklusion testen und vertiefen. https://kopfhandundfuss.de/akademie/inklusionsquiz/ - Für die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend ist Inklusion ein zentrales Thema
und sie hält Tipps für die inklusive Praxis vor. https://www.aej.de/politik/inklusion/ - Die Fachstelle Inklusion ist beim Landesjugendring Brandenburg angesiedelt und bietet
Ideen und Materialien. https://www.fachstelle-inklusion.de/kategorie/publikationen/ - Der Inklublog ist ein Angebot der Projektfachstelle Inklusion in der Kinder- und Jugendarbeit
Baden-Württemberg und bietet Informationen zu Inklusion und Behinderungen an.
https://inklublog.de/ - Die bundesweite Fachstelle Inklusion im Freizeitbereich von Kindern und Jugendlichen von
bsj Marburg (Verein zur Förderung bewegungs- und sportorientierter Jugendsozialarbeit
e. V.) stellt ebenso Informationen bereit. https://www.bsj-marburg.de/arbeitsfelder/inklusion/fachstelle
Quelle
Der Inklusions-Check basiert – auch zum Teil in Originalformulierungen – auf dem „Inklusions-Check für die
Kinder- und Jugendarbeit“ aus dem Projekt „Auftrag Inklusion – Perspektiven für eine neue Offenheit in der Kinderund Jugendarbeit“ der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej), Aktion Mensch und der Diakonie Deutschland (aej/Aktion Mensch/Diakonie Deutschland 2015, Voigts 2014). Wir danken für die freundliche Bereitstellung!
Mitwirkende
Gunda Voigts und Katharina Przybylski von HAW Hamburg und Susanne Scholl, Patrick Fassian und Uwe Danker von der Deutschen Jugendfeuerwehr
Tipps, wie sich Inklusion erreichen und umsetzen lässt?
Von der Organisationsentwicklung und -öffnung bis hin zur inklusiven Jugend(bildungs)arbeit
- Thomas Meyer und Gunda Voigts haben einen Band zum Thema Inklusion in der Kinder- und Jugendarbeit. Anspruch, Realität, Visionen“ 2024 herausgegeben (Verlag BeltzJuventa). Hier finden sich auch gelungene Impulse zur Inklusion und Praxisumsetzung in der Jugendverbandsarbeit; ein Beispiel sind die Jugendfeuerwehren. Mehr vom Verlag hier!
- Eine neue Studie von Aktion Mensch, „Inklusionsbarometer Jugend“, gibt Einblicke, wie unzureichend die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung – auch in der Freizeit – ist.
- Die Lebenshilfe wandte sich dem Thema „Inklusive Jugendarbeit“ zu und veröffentlichte Ergebnisse.
- Der Schwerpunkt auf der Webseite „Inklusive Jugendarbeit“.
- Ein gemeinsames Dossier der Lebenshilfe und des DBJRs.
- Vorträge und Ergebnisse der Fachtagung Jugendarbeit trifft Behindertenhilfe (2019).
- Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter hat dazu Empfehlungen zur Orientierung zur Umsetzung der Inklusion in der Jugendarbeit erarbeitet.
- Broschüre „Auftrag Inklusion – Perspektiven für eine neue Offenheit in der Kinder- und Jugendarbeit. Inhaltliche Grundlagen, Handlungsempfehlungen und Anregungen für die Praxis“ der Aktion Mensch, der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej) und der Diakonie Deutschland. Zudem hat Aktion Mensch hier etwas für Jugendarbeit und inklusive Bildung zusammengestellt.
- Literaturtipp: Gunda Voigts: Kinder in Jugendverbänden. Eine empirische Untersuchung zu Strukturen, Konzepten und Motiven im Kontext der gesellschaftlichen Debatten um Inklusion. Opladen, Berlin, Toronto 2015.
- Zum Thema Bildung bietet das Online-Handbuch „Inklusion und Menschenrecht“ der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft pädagogisches Material an.
- Die Arbeitshilfe „Index für die Jugendarbeit zur Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung“ von Thomas Meyer und Christina Kieslinger (2014) ist das Standardwerk und Verfahren, sich inklusiver aufzustellen.
- Zudem hat die Montag Stiftung einen Fragebogen zur Erstellung eines Index der Inklusion auf kommunaler Ebene herausgegeben.
- Eine aktuelle Inklusionsposition hat der Deutsche Bundesjugendring (der Dachverband aller Jugendverbände) im Oktober 2022 verfasst und beschlossen!
- Eine Inklusionsstrategie für die internationale Jugendarbeit – Vision:Inclusion der IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.