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Kinderrechte

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Home Themen Kinderrechte Handlungsempfehlungen für mehr Beteiligung

Handlungsempfehlungen für mehr Beteiligung

Eine Gruppe von Mitgliedern der Jugendfeuerwehr protestiert. Ein Jugendlicher hält ein Megafon in Händen.
Foto: DJF/Hepner

Kinder- und Jugendfeuerwehren sollen Orte sein, an denen junge Menschen sich ausprobieren und Verantwortung übernehmen können. Laut Jugendordnung setzt sich die Deutsche Jugendfeuerwehr dafür ein, „junge Menschen zur Selbstbestimmung zu befähigen und die Vertretung ihrer Interessen durch demokratische Teilhabe zu fördern“. Kinder- und Jugendbeteiligung ist daher keine freiwillige Zusatzaufgabe, sondern gehört zum Kernauftrag der Kinder- und Jugendfeuerwehren.

Was bedeutet Kinder- und Jugendbeteiligung?

Junge Menschen haben das Recht, ihre Feuerwehr mitzugestalten und ihre Interessen nach außen zu vertreten. Dieses Recht wird unter anderem durch die UN-Kinderrechtskonvention und das achte Sozialgesetzbuch geschützt.

Beteiligung bedeutet mehr als formale Strukturen – sie erfordert eine gelebte Beteiligungskultur. Dazu gehört:

  • Kinder und Jugendliche werden ermutigt, ihre Meinung zu äußern – unabhängig von Ämtern.
  • Ihre Positionen werden genauso ernst genommen wie die von Erwachsenen.
  • Unterschiedliche Meinungen werden akzeptiert und Konflikte auf Augenhöhe ausgetragen.
  • Vorurteile zwischen Jugendlichen und Erwachsenen werden reflektiert und abgebaut.
  • Das Recht, sich nicht zu beteiligen, wird anerkannt.
  • Beteiligungsprozesse werden regelmäßig überprüft und verbessert.

Wo stehen wir aktuell?

Als Jugendverband verfügt die Deutsche Jugendfeuerwehr über demokratische Strukturen mit gewählten Funktionen, Gremien sowie Sprecherinnen und Sprechern. Diese sollen Mitbestimmung ermöglichen.

Viele junge Menschen erleben dennoch, dass echte Beteiligung häufig noch nicht gelingt. Gründe dafür sind unter anderem:

  • Beteiligung wird oft bereits durch Jugendforen oder Sprecher/-innen als erfüllt angesehen.
  • Entscheidungen werden häufig in Gremien getroffen, in denen junge Menschen nicht wirksam mitentscheiden können.
  • Betreuenden fehlt teilweise Wissen über Beteiligungsrechte und geeignete Methoden.
  • Informationen erreichen Kinder und Jugendliche oft nicht oder zu spät.
  • Neue Ideen junger Menschen werden teilweise blockiert oder nicht ernst genommen.
  • Starre Karrierewege und lange Amtszeiten erschweren jungen Menschen den Zugang zu Verantwortung und Führungspositionen.

Handlungsfelder zur Verbesserung

Kompetenz stärken

  • Kinder- und Jugendbeteiligung stärker in die Ausbildung von Betreuenden integrieren
  • Führungskräfte weiterbilden
  • Fachtage durchführen
  • Handreichungen und Lehrmaterialien entwickeln

Kommunikation und Transparenz verbessern

  • kind- und jugendgerechte Informationen zu Mitbestimmungsrechten bereitstellen
  • Informationsmaterialien für Betreuende entwickeln
  • Onboarding-Prozesse für neue Amtsträger/-innen schaffen
  • verlässliche Kommunikationswege sicherstellen
  • Öffentlichkeitsarbeit zu Mitbestimmungsprozessen stärken

Strukturen weiterentwickeln

  • Das Bestehen von Jugendforen und Jugendsprecherinnen und -sprechern flächendeckend sichern
  • Jugendforen mit eigenem Budget ausstatten, über dessen Verwendung die Mitglieder entscheiden können
  • Kinder- und Jugendbeteiligung in Satzungen und Ordnungen verankern
  • Mitspracherechte in Vorständen ausweiten (z. B. Erhöhung der Anzahl stimmberechtigter Jugendlicher)
  • kurzfristige Engagementmöglichkeiten schaffen (z. B. Projektgruppenleitung)
  • junge Menschen durch Mentoring und Qualifizierung fördern
  • Wege für begabte und engagierte junge Menschen schaffen, verbandliche Ebenen zu überspringen

Qualität sichern

  • Beteiligung regelmäßig gemeinsam mit jungen Menschen evaluieren
  • externe Expertise einholen (z. B. durch Jugendringe)
  • Lehrmaterialien und Ausbildungseinheiten auf Aktualität und Attraktivität überprüfen
  • Social Media für Befragungen nutzen

Beteiligung sichtbar machen

  • junge Menschen in der Verbandsöffentlichkeit stärker sichtbar machen (z. B. Übernahme von Tagesordnungspunkten/Moderation bei Verbandsversammlungen durch Jugendliche)
  • erfolgreiche Praxisbeispiele verbreiten (z. B. Social Media Stories, Newsletter-Beiträge)
  • Engagement für Beteiligung bei Auszeichnungen berücksichtigen
  • Preise für besonderes Engagement im Bereich Kinder- und Jugendbeteiligung schaffen (für Erwachsene und junge Menschen)

Kinder- und Jugendbeteiligung bleibt eine dauerhafte Aufgabe, die kontinuierlich weiterentwickelt werden muss. Die genannten Maßnahmen können dazu beitragen, Beteiligung in den Kinder- und Jugendfeuerwehren nachhaltig zu verbessern.

Mehr zum Thema „Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in der Deutschen Jugendfeuerwehr“ findet Ihr auf unserer Bildungsseite.

Autoren

Fachausschuss Jugendpolitik & Integration und Bundesjugendforum

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